Die Tiefe der Theorie: Präzision für ihren Erfolg

Bei 3rd18 - The Rubber Consultant nutzen wir die neuesten wissenschaftlichen Grundlagen. Hier erfahren Sie, wie wir durch  fortschrittliche Modelle der Vulkanisationskinetik die Grenzen der Prozessoptimierung neu definieren. 

Unser theoretischer Ansatz

Für die Beschreibung der Vulkanisationskinetik von Elastomeren wird üblicherweise ein Modell n‑ter Ordnung eingesetzt, wie es in der DIN 53529 detailliert beschrieben ist. Dieser klassische Ansatz weist jedoch zwei zentrale Schwächen auf:

  1. Der Reaktionsbeginn wird nur unzureichend beschrieben.
  2. Die quantitative Übereinstimmung mit realen Vernetzungskurven ist häufig unbefriedigend.

Aus diesem Grund nutzen wir ein erweitertes und deutlich präziseres kinetisches Modell, das wir im Folgenden als auto‑katalytisches Modell bezeichnen. Es basiert auf den Arbeiten von Kamal und Sourour und ermöglicht eine deutlich flexiblere mathematische Beschreibung der Reaktionskinetik. Damit lässt sich der reale Verlauf der Vulkanisation wesentlich besser abbilden.

Im Modell von Kamal-Sourour beschreibt der Parameter α den Vernetzungsgrad und nimmt Werte zwischen 0 (unvernetzt) und 1 (vollständig vernetzt) an. Der temperatur- und zeitabhängige Vernetzungsgrad $\alpha(T,t)$ wird typischerweise mittels isothermer Messungen in einem MDR (Moving Die Rheometer) bestimmt.

$$\large \displaystyle\frac{d\alpha(t,T)}{dt}=\left( k_1(T)+k_2(T)\cdot\alpha(T,t)^m\right)\cdot (1-\alpha(T,t))^n$$

Dabei beschreibt n – analog zum Standardmodell – die Reaktionsordnung, während m den auto‑katalytischen Anteil wiedergibt, der insbesondere die Reaktion bei kleinen Umsätzen α beeinflusst. Das klassische Modell erster Ordnung stellt somit einen Spezialfall des auto‑katalytischen Modells mit $m = 0$ dar.

Die Temperaturabhängigkeit des Ansatzes wird üblicherweise über eine Arrhenius-Gleichung beschrieben: 

$$\large k_1(T)= k_{01}\cdot e^{\displaystyle{-\frac{E_1}{R\,T}}} \text{ und } k_2(T)= k_{02}\cdot e^{\displaystyle{-\frac{E_2}{R\,T}}} $$

Hierbei bezeichnet $k_{01}$ und $k_{02}$  die Reaktionskonstante bzw. den Grenzwert von k(T) bei sehr hohen Temperaturen. $E_1$ und $E_2$ sind die Aktivierungsenergien, üblicherweise angegeben in $\left[\displaystyle\frac{kJ}{mol}\right]$.

Sind die Parameter $m, n, k_{01}, k_{02}, E_1und E_2 $ bekannt, lässt sich die Vulkanisation für beliebige Temperatur- und Zeitverläufe zuverlässig berechnen. 

 

Autokatalytische Kinetik

Wir nutzen einen auto-.katalytischen Ansatz zur Berechnung der Vulkanisationskinetik, Dieser Ansatz zeichnet selbst bei geringen Umsätzen durch höchste Präzision aus.

Räumliche Vernetzung

Unsere Modelle berechnen die Vernetzung in einer räumlich ausgedehnten Probe, was eine detaillierte Prozessanalyse ermöglicht.

Prozessoptimierung

Dieses Wissen hilft Ihnen, die optimale Mischung auszuwählen und Ihre Fertigungsverfahren zu maximieren.

 

Bei der Berechnung der Vernetzung einer Gummiprobe mit dem auto‑katalytischen Modell wird idealerweise von einer unendlich dünnen Probe ausgegangen. In der Praxis ist dieser Grenzfall jedoch selten gegeben. Da Gummi im Allgemeinen ein schlechter Wärmeleiter ist, muss bei realen Proben stets die räumliche Ausdehnung berücksichtigt werden, da sich Temperaturgradienten innerhalb der Probe ausbilden können.

Um diesen Effekt zuverlässig abzubilden, haben wir zwei kompakte Modelle entwickelt, die in den meisten Anwendungen eine hinreichend genaue Berechnung der Vernetzung in räumlich ausgedehnten Proben ermöglichen:

    • Plattenmodell (eindimensionale Wärmeleitung)

    Hierbei wird angenommen, dass sich die Gummiprobe zwischen zwei Platten befindet, deren Temperaturen entweder konstant auf Vernetzungstemperatur gehalten werden kann oder bzw. sich mit der Zeit ändern kann .
    Auf Basis der bekannten Temperaturleitfähigkeit (die für viele Mischungen bereits vorliegt) kann so der zeitliche Verlauf des Temperaturfelds innerhalb der Probe und darauf aufbauend die lokale Vernetzung α(t,T) bestimmt werden.

    Dieses Modell eignet sich sowohl für Laborproben als auch für industrielle Prüfgeometrien, bei denen der Wärmefluss überwiegend eindimensional verläuft.

    • Zylindermodell (radialsymmetrische Wärmeleitung)

    Im zweiten Ansatz befindet sich die Probe in einem zylindrischen Bauraum mit dem Durchmesser d, dessen Wandung auf Vernetzungstemperatur gehalten wird.
    Dieses Modell beschreibt die radiale Wärmeleitung im Inneren der Probe und ermöglicht dadurch die Berechnung des zeitabhängigen Vernetzungsprofils in zylindrischen oder annähernd rotationssymmetrischen Formteilen.

    Falls Sie andere Modelle benötigen, können diese gerne für Sie modellieren

    Präzision die zählt: Modellierung für Ihren Erfolg

    Wir bei 3rd18 - The Rubber Consultant sind davon überzeugt, dass präzise theoretische Modelle der Schlüssel zur Lösung komplexer Herausforderungen sind. Unsere Fähigkeit, Ihren Prozess detailgenau zu modellieren, bedeutet eine gezielte Problemlösung und einen echten Mehrwert für Ihr Unternehmen.

    Ihr Vorteil durch unsere Theorie

    Unser tiefgreifendes Verständnis der Vulkanisationskinetik und der räumlichen Vernetzung ermöglicht es uns, über die Grenzen der herkömmlichen n-ter Ordnung Reaktionen hinauszugehen. Dies bedeutet für Sie eine hohe Genauigkeit bei der Analyse und Optimierung Ihrer Verarbeitungsprozesse

    Gezielte Lösungen für ihre Probleme

    Mit unseren erweiterten Modellierungsfähigkeiten können wir Ihren spezifischen Prozess sehr genau abbilden. Dies versetzt uns in die Lage, Ihnen gezielt bei der Auswahl der richtigen Gummimischung und der Optimierung Ihrer Fertigung zu helfen und konkrete Lösungen für Ihre Herausforderungen zu bieten.